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Wurde meine nichtselbsttätige Waage bereits konformitätsbewertet? - Nachweismöglichkeit -

Nichtselbsttätige Waagen sind z.B. Ladentischwaagen, Laborwaagen, Fahrzeugwaagen, usw..

Wenn Sie ein Messgerät im gesetzlich geregelten Bereich einsetzen wollen, in dem Eichpflicht besteht, tragen Sie selbst die Verantwortung, dass dieses Gerät geeignet und auch geeicht ist. Davon sollten Sie sich selbst überzeugen und dies auch ggf. gegenüber dem Eichamt nachweisen können.

Ob ihre Waage vom Hersteller konformitätsbewertet geliefert wurde, ist ganz leicht zu erkennen.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass jede vom Hersteller geeichte Waage zwingend mit bestimmten Angaben gekennzeichnet wird. Welche das sind und wie sie aussehen, können Sie aus Bild 1 entnehmen.

Typenschild mit Beschreibung der einzelnen Elemente
Angaben auf Typenschild

Natürlich ist dies nur ein Beispiel für eine konkrete Ausführung.
Die Nummern 2 bis 6 sind modellspezifisch und die Jahreszahl ändert sich ebenfalls. Wichtig ist nur, dass alle Angaben vorhanden sein müssen. Fehlen dagegen die Angaben 7 und 8 so handelt es sich zwar um eine eichfähige Waage, sie ist aber noch nicht geeicht und darf so noch nicht dort eingesetzt werden, wo Eichpflicht herrscht. Die Herstellerfirma oder ein Mitarbeiter einer Konformitätsbewertungsstelle muss erst noch die Konformitätsbewertung durchführen.
Fehlen dagegen auch die Angaben 2, 3 und 6, so gibt es für dieses Gerät keine Baumusterprüfbescheinigung bzw. Bauartzulassung zur Eichung, d.h. das Gerät kann gar nicht geeicht werden.

Bild des Deckblattes einer Bauartzulassung
Bauartzulassung

Zusätzlich zur Kennzeichnung der Geräte fordert der Gesetzgeber vom Hersteller eine sogenannte Konformitätserklärung, in der er die Übereinstimmung mit allen gesetzlichen Anforderungen erklärt. Diese Unterlage und auch das Zertifikat der betreffenden Bauartzulassung zur Eichung (Beispiel Bild 2) finden Sie bei in der Regel bei allen Herstellern immer in der zugehörigen Aufstell- und Betriebsanleitung. Das und viele Hinweise mehr sind damit ordentlich zusammengefasst in nur einer Unterlage.

Fragt das Eichamt also nach, ob Ihre Waage ordnungsgemäß geeicht wurde, dann zeigen Sie das betreffende Schild an der Waage und legen Sie die Aufstell- und Bedienungsanleitung vor.

Wenn Sie wissen wollen, wann in Deutschland die Eichgültigkeitsdauer für Ihre Waage abläuft, dann rechnen Sie einfach die Jahreszahl + 2 (Ausnahme Füllmengenkontrolle mit Jahreszahl + 1).

Am Ende des Jahres, welches Sie damit errechnen, läuft die Eichfrist der Waage ab und Sie müssen schnellstens für Eichung sorgen. Also bei Bild 1 wäre das Ende 2009 und bei Einsatz in der Füllmengenkontrolle bereits Ende 2008.

Bild einer Sicherungsmarke eines Herstellers

Ein weiterer Hinweis:
Bei Waagen der Genauigkeitsklassen II und III (sowie bei einzelnen Waagen der Klasse I) muss bei der Eichung die Zugänglichkeit zu diversen Teilen verhindert werden. Herstellerfirmen kleben die entsprechenden Öffnungen mit speziellen Klebestreifen (Bild 3) ab. Sind nun die Streifen aus irgendeinem Grund derart beschädigt, dass damit die Zugänglichkeit nicht mehr verhindert wird, dann ist das ein zwingender Grund, das Gerät bereits vor Ablauf der Eichgültigkeitsdauer nachzueichen.

Zu allerletzt:

Haben Sie eine Waage mit eingebauter Justiergewichtsschaltung gekauft? Wenn ja, haben Sie diese auch schon betätigt? Das sollten Sie dann tun, wenn Ihre Waage dieses nicht vollautomatisch selbst tut!